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Alles Wichtige auf einen Blick

Wann Aminosäuren das Training wirklich unterstützen

Protein- und Amino-Drinks können beim Training und beim Muskelaufbau eine große Hilfe sein. Doch nicht alle liefern das, was der Körper wirklich braucht.

Ein kräftiger Schluck nach dem Training? Absolut sinnvoll - wenn man das richtige Getränk wählt ... (© PantherMedia / myvisuals)

Proteinprodukte gibt es viele, aber nur wenige erfüllen die Voraussetzungen, um beim Muskelaufbau zu helfen. (© Bodystreet)

Was braucht der Körper vor und nach dem Training? Viele Grundsätze einer gesunden (Sport-)Ernährung sind inzwischen allgemein anerkannt und geläufig: Nicht nur in Belastungsphasen sollte man auf eine optimale Versorgung mit Kohlehydraten und eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen wie etwa Calcium, Eisen und Magnesium achten. Weniger bekannt – und auch erforscht – ist hingegen die Wirkung von Proteinen und Aminosäuren. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ greifen viele Sportler deshalb zu Fitness-Drinks, die einen hohen Anteil an Proteinen bzw. deren Bausteinen, den Aminosäuren, enthalten. Dabei kommt es nicht allein auf die Konzentration der Wirkstoffe an.

Die Mischung macht’s!


Denn Aminosäuren sind – wenn man so will – „Teamplayer“: Sie funktionieren nur im richtigen Zusammenspiel von allen „Mitspielern“ optimal. Dem menschlichen Körper stehen dabei insgesamt 20 Aminosäuren, die unter anderem für den Muskelaufbau notwendig sind, zur Verfügung. Einige dieser Aminosäuren kann er selbst produzieren, andere müssen von außen zugeführt werden, damit der sogenannte Aminosäure-Pool immer ausreichend gefüllt ist. Sobald dem menschlichen Organismus eine der 20 Aminosäuren fehlt, mindert das die Leistung des  gesamten „Teams“.

Dieser Mangel äußert sich in einer Schwächung des Stoffwechsels, des Hormonhaushalts und des Immunsystems, worunter dann der gewünschte Trainingseffekt leidet. Wer also zu Amino-Drinks greift, sollte nicht nur auf die Höhe des Aminosäureanteils achten, sondern vielmehr darauf, dass die komplette „Mannschaft“ der 20 Aminosäuren „im Spiel“ ist. Nur so hält der Körper das richtige Gleichgewicht für einen optimalen Muskelaufbau.

Um so schneller, um so besser


Ein weiteres entscheidendes Detail gilt es noch zu beachten: die Geschwindigkeit der einzelnen „Mitspieler“. Denn vor allem nach dem Training benötigt der Körper schnelle Aminosäuren, da der Aminosäure-Pool während der körperlichen Betätigung abgebaut wird. Experten empfehlen deshalb Aminosäuren, die bereits in sogenannte Di- und Tri-Peptide aufgespalten sind. Sie müssen vom Körper nicht mehr per Verdauungsprozess für die Aufnahme in den Organismus vorbereitet werden. Stattdessen sind diese Turbo-Aminosäuren so aufgebaut, dass sie direkt über die Schleimhäute in die Blutbahn gelangen und von dort in die Zellen wandern können. Hier entfalten sie dann sofort ihre Wirkung und unterstützen den Muskelaufbau.

Fazit: Auf die richtige Zusammensetzung eines Drinks kommt es an. Und ja, auch der Drink selbst ist notwendig für einen optimalen Muskelaufbau. Denn: „Mit Steaks allein ist der erhöhte Proteinkonsum auf Dauer nicht zu bewältigen“: Auf diese hübsche Formel brachten es Wissenschaftler der Unis Leipzig und Halle/Wittenberg. Sie untersuchten, welchen Einfluss die Zufuhr von Aminosäuren auf die Muskelkraft bei gleichzeitigem Krafttraining hat. Ihr Ergebnis: Nur wenn die „Verfügbarkeit“ und der „Antransport“ von Aminosäuren ansteigt, kann auch die Proteinsynthese zum Muskelaufbau zunehmen. In diesem Sinne also: Erst effektiv trainieren, dann richtig trinken!